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Albsteig Etappe 15

Die Tour geht zu Ende

 

Gosheim bis Tuttlingen:
29,5 km, 580 m Auf-, 780 m Abstieg
Wegpunkte: Kehlen (1001 m), Hummelsberg (1002 m), Klippeneck, Risiberg, Rußberg, Nonnenhöhle, Tuttlingen

Als ich kurz nach 8 Uhr den Gasthof in Gosheim verlasse, weht mir ein fast eisiger Wind entgegen. Zum Glück habe ich ja meinen Schal, den ich als Mütze verwenden kann. Heute wären sogar Handschuhe angenehm. Zuerst geht es aber zum Bäcker, ich habe zwar noch Müsliriegel, Nüsse und Dinkelkekse, aber es geht eben nichts über ein frisches Brötchen oder ein Käsehörnchen. Noch im Ort geht es steil nach oben. Beim Ortsschild blicke ich nochmal zurück und haben einen schönen Ausblick auf den Lemberg, der von der Hochfläche der Alb aus gesehen wie ein großer Hügel wirkt.

Lemberg
Lemberg

Ich bin schon etwas wehmütig, denn heute werde ich den Albsteig beenden. Eines kann ich jetzt schon sagen, es war ein großartiges Erlebnis – ich möchte keinen einzigen Tag der Tour missen.

Mir bleibt aber nicht viel Zeit zum Träumen, ruck zuck bin ich wieder auf 1000 m Höhe und stehe vor dem Gipfelkreuz Kehlen. Hier oben hat es richtige Sturmböen. Es ist auch heute wieder ein herrliches Gefühl, bei der frischen Albluft in den Morgen „hineinzuwandern“. Ich genieße die schönen Fernsichten. Vom Hummelsberg aus sehe ich wieder den Turm des Testfahrstuhls in Rottweil; wie ein einsamer Wolkenkratzer steht dieser in der Landschaft zwischen Alb und Schwarzwald.

Fahrstuhl Testturm Rottweil
Fahrstuhl Testturm Rottweil

Als ich am Flugplatz Klippeneck vorbei wandere, hat es dort keinen Flugbetrieb. Ich denke es ist heute einfach zu stürmisch zum Starten für Segler oder kleine Motorflugzeuge. Wieder einmal führt auch ein Jakobsweg auf der Route des Albsteigs entlang. Vorbei geht es am Dreifaltigkeitsberg zum Risiberg. An der Marienkapelle Risiberg lege ich meine erste Rast ein. Hier ist es im Windschatten in der Sonne angenehm warm.

Marienkapelle Risiberg
Marienkapelle Risiberg

Unterhalb der Kapelle befindet sich ein großer Bauernhof mit freilaufenden Kühen, Ziegen und Hühnern. Die Gastätte hat sogar geöffnet. Für mich ist das heute aber keine Option, denn ich möchte möglichst kurz nach dem Mittag in Tuttlingen sein. Ich habe mir gestern Abend ein Zugticket ohne zeitliche Bindung gekauft und kann daher den frühest möglichen Zug nehmen, den ich in Tuttlingen erreiche. Es ist bei jeder Fernwanderung erstaunlich, wie die Kondition in den letzten Tagen nochmals anwächst. Es ist jetzt kurz vor 12 Uhr und es sind nur noch 12 km bis zum Ziel. Es ist nochmal eine schöne Tour mit allem was die Alb zu bieten hat: Fernsicht, Ruinen und sogar eine Höhle, die Nonnenhöhle, für die man aber einen Abstecher den Berg abwärts und wieder bergauf zurück laufen muss.

Nonnenhöhle
Nonnenhöhle

Kurz darauf gelangt man an einen schön im Wald gelegenen Aussichtspunkt. Eine Panoramatafel weist darauf hin, dass man hier bei guter Fernsicht die Alpen sehen kann. Heute ist die Sicht leider zu trüb, aber ich beschließe trotzdem, hier meine letzte Rest vor Tuttlingen einzulegen und dann die restlichen knapp 6 km bis zum Bahnhof Tuttlingen durchzulaufen. Neben mir auf der Bank sonnt sich ein Tagpfauenauge. Das letzte Mal genieße ich eine Rast auf dem Albsteig.

Letztes Vesper
Letztes Vesper
Pfauenauge
Pfauenauge

Ich kann nicht sagen warum, aber irgend etwas zieht mich heute nach Hause, also laufe ich weiter mit dem Ziel, die Bahn um 15 Uhr nach Stuttgart zu erreichen. In Tuttlingen nach der schönen überdachten Holzbrücke über die Donau endet der Albsteig. Mir kommen die Worte in der Einleitung meines ersten Albsteig Videos in den Sinn: „Der Albsteig beginnt in Donauwörth und führt über ca. 350 km bis Tuttlingen, das ebenfalls an der Donau liegt.“ - Ich bin da, ich habe es geschafft, die ganze Schwäbische Alb von Ost nach West zu durchwandern. Am Zielschild sehe ich auch wieder die Tafel des Albvereins, die auch den Südrandweg enthält. Vielleicht kehre ich eines Tages zurück, um den Südrand Weg zu wandern. - Wir werden sehen.

Donaubrücke in Tuttlingen vor dem Ziel
Donaubrücke in Tuttlingen vor dem Ziel

 

Impressionen der letzten Etappe des Albsteigs:

Kreuzsteighuette
Kreuzsteighuette

 

Im Wald
Im Wald

 

Quirinkapelle
Quirinkapelle
Blick auf Spaichingen
Blick auf Spaichingen

 

 

2 Gedanken zu „Albsteig Etappe 15

  1. Bernhard

    Hallo Aurora,
    es gibt doch glücklicherweise so viele schöne Wege die man wandern kann. Daher freue ich mich, wenn ich Dich für den Albsteig interessieren konnte.
    Du hast kein Video verpasst. Es steht im Moment nicht fest ob und wann ich wieder ein Video veröffentlichen werde. Dazu wird es noch einen Blog Artikel geben, in dem ich einige der Gründe dazu erklären werde.
    Liebe Grüße
    Bernhard

    Antworten
  2. Aurora

    Hallo Bernhard,
    nun hast du mir mit deinen Berichten und Fotos richtig Lust gemacht, diesen Weg auch einmal zu laufen. Mal sehen, wann ich es schaffe.
    Habe ich es verpasst oder kommt bald wieder ein Video von dir?
    Liebe Grüße
    Myria Aurora

    Antworten

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