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Ein Buchenwald im laufe eines Jahres

Januar 2018

Meinen ersten Besuch im Buchenwald hatte ich an einem schneereichen Tag im Winter geplant. Doch es kam jetzt ganz anderst. Am 3. Januar erreichte den kleinen Buchenwald der Wintersturm Burglind und hat ca. 1/5 der Buchen in meinem kleinen Buchenwald umgeworfen.

Ich wollte eigentlich hauptsächlich schöne Bilder von dem Buchenwald zeigen so wie ich Ihn noch letztes Jahr erleben konnte. Aber jetzt stellt sich mir eine ganz neue, unerwartete Situation. Ich denke man muss das positiv sehen, denn der Windurf gibt die Möglichkeit, ja zwingt mich sogar, auch Überlegungen und Fragen zum Klimawandel in Verbindung mit der Forstwirtschaft anzustellen. Vielleicht gelingt es mir dazu auch den Revierförster zu befragen?

Windwurf durch Burglind
3. Januar 2018 Windwurf durch Burglind

Mein Waldprojekt 2018

Bei der Suche nach einem geeigneten Waldprojekt für meinen YouTube Kanal „Wald & Outdoor“ bin ich auf die Idee gekommen eine kleine Videoreihe über ein Jahr zum Thema „Ein Buchenwald im laufe eines Jahres“ zu erstellen. Ich möchte dazu ca. 4 Videos – für jede Jahreszeit erstellen.

Dazu habe ich mir in unserem „Stadtwald“ am Rand des Schönbuchs ein kleines Wäldchen in dem besonders auch Buchen vorkommen gesucht – und auch gefunden. Geplant habe ich dazu meinen ausgewählten Buchenwald jeden Monat einmal aufzusuchen und zu dokumentieren was sich verändert. Mein anliegen ist es die Schönheit des Waldes im laufe des Jahres darstellen. Betrachtungen möchte ich dabei auch aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes aber auch unter Einbeziehung der Holzwirtschaft anstellen. Dabei ist es mir wichtig keine Gräben zwischen Holzwirtschaft – also der Nutzung unseres heimischen Holzes und dem Naturschutz zu schaffen – sondern soweit es mir möglich ist, zu vermitteln und Lösungsvorschläge zu machen. Dazu soll mir exemplarisch mein „Buchenwäldchen“ (und das ist es ja wenn man es mit den doch recht großen Waldflächen in Deutschland vergleicht) dienen.

Fragen an den Buchenwald“

Bei meinen vielen (Fern-)Wandungen durch Schwarzwald, Bayerischer Wald aber auch durch „meinen“ heimischen Schönbuch begann ich mich immer mehr für Bäume zu interessieren. Schon seit meiner Kindheit beschäftige ich mich mit dem Naturschutz – und daher mache ich mir bei meine Wanderungen auch immer wieder Gedanken zum Zustand des Waldes. Wo ist eigentlich das Waldsterben geblieben? Warum ist hier ein Kahlschlag – Sturmschaden oder ein „Forstwirtschaftlicher“ Kahlschlag? Die (vielen) Rückegassen in den Wäldern schaden diese dem Ökosystem Wald? Der Einsatz von Harvestern – eine Gefahr für den Wald? Die Borkenkäfer Plage vor allem im Fichtenwald – hausgemacht oder eine folge des Klimawandels? Auch die Sturmschäden z.B. aktuell durch Burglind – eine Naturkatastrophe oder nicht auch eine Folge „mangelhafter“ Forstwirtschaft? Wie viel Holz haben wir in unseren deutschen Wälder tatsächlich – wird es mehr oder weniger?

Man sieht, es gibt jede Menge, wie ich finde für jeden Natur interessierten „brennende“, Fragen die ich zumindest für mich beantworten möchte.

Hallo liebe Wanderer und Naturfreunde,

ich bin gestern (30.9.2017) vom Goldsteig zurück gekehrt und möchte hier einen kurzen Lagebericht zum Wegezustand nach dem Sturm Ende August abgeben.

Goldsteig Nordroute von Bayerisch Eisenstein nach Passau:

Die Wege im Nationalpark waren vom Sturm im August praktisch nicht beeinflusst. (Wohl natürlich frühere Sturmschäden.)

Sturmschäden Goldsteig September 2017

 

Lichtung durch Sturmschäden

Betroffen sind vom Sturm im August folgende Etappen:

Phillipsreut nach Haidmühle (Umleitung ist ausgeschildert E6 - soll aber auch Sturmschäden haben.) Wir sind den normalen Goldsteig Weg gelaufen, mußten aber oft ausweichen. Waldwege sind teilweise von den scheren Vollerntern (Harvester) beschädigt.

Haidmühle nach Breitenberg

Achtung gegen Ende vor Übergang Grenze Österrreich /Deutschland liegt sehr viel Sturmholz und die Brücke ist schwer beschädigt und nicht begehbar. Ich empfehle vorher (Einsiedel) auf die Straße auszuweichen - und ggf. sich abholen zu lassen.

Breitenberg nach Hauzenberg

Wir sind nur bis Sonnen gelaufen und haben dann die Tour wegen der vielen Strurmschäden abgebrochen! Wir haben auch versucht über einen selbst gerouteten Radweg  (größere Wege) durchzukommen, auch das ging nicht. Blieb also nur noch Straße!

Hauzenberg nach Passau

Diese Tour haben wir wegen Warnung Einheimischer ausgelassen.

Bei unserer Busfahrt nach Passau haben wir im Wald jede menge Sturmschäden gesehen!

Es gibt noch viele Absperrungen! Diese sollten auch beachtet werden, da auch die Forstarbeiten zum Aufräumen im Gange sind. Achtung Lebensgefahr.

Ich hoffe das hilft Euch weiter die Lage einzuschätzen bzw. Eure Tour zu planen.

Auch nächstes Frühjahr würde ich mich nochmals nach den Wegen erkundigen bevor ich eine Tour starten würde.

Schäden durch Vollernter (Harvester)

 

Schäden durch schwere Maschinen

Wird der Wald durch Holzvollernter geschädigt?

Mit "schwere Maschinen" meine ich Harvester und Vorwarder das sind sogenannte Holzvollernter. Mit dem Harvester werden die Bäume geerntet und mit dem Vorwarder wird das Holz bis zum nächsten LKW weitertransportiet. Diese Maschinen wiegen bis zu 60 Tonnen.

Vorweg muss ich, denke ich, damit keine Missverständnisse entstehen, einige Dinge sagen. Ich bin kein Forstfachmann und habe mir im Wald und über Bücher selbst meine Meinung gebildet. Ich möchte mit meinen Aussagen auch keinesfalls Forstwirte beschuldigen. Ich weiß das die Arbeit im Wald einer der härtesten und gefährlichsten Arbeiten ist, die es gibt. Und es ist eine technische Errungenschaft mit Holzvollerntern die Arbeiter vor umstürzenden Bäumen zu schützen. Mir ist auch klar, dass die Forstwirtschaft unter einem ökonomischen Druck steht – will heißen sie muss versuchen die Holzpreise niedrig zu halten damit das einheimische Holz auch gekauft wird. Sonst wird Holz noch mehr importiert, was ökologisch unsinnig ist. Was ich dabei allerdings nicht verstehe, das dabei scheinbar Marktwirtschaftliche Mechanismen teilweise außer Kraft gesetzt werden. Ich sage das weil mir ein langjähriger Holzkunde der jedes Jahr sein Holz direkt vom Forstrevier kauft und auch selbst im Wald dann sein Brennholz gewinnt, versichert hat: Das Brennholz für Ihn seit vielen Jahren immer gleich viel kostet. Da frage ich mich, wie kann das bei der seit Jahren stark ansteigenden Nachfrage sein?

Aber jetzt endlich zum Thema:

Ich war 2016 über 1000 km im Wald zu Fuß unterwegs. Einen Großteil der Strecke habe ich mit Foto/Videokamera zurückgelegt. Auf der Suche nach interessanten Motiven für meine Videos habe ich auch einen Eindruck vom Zustand des Waldes bekommen. Das „Auge“ lernt gewissermaßen immer besser den Wald zu lesen. Die Unterschiede der verschiedenen Wälder wahrzunehmen. Auffällig ist es dann, wenn ein Wald besonders viele verschiedene Blütenpflanzen, Baumarten und Vogelarten aufweist – oder im Gegenteil wenn ein Wald eher wie eine Monokultur wirkt. Ich möchte fast sagen das manche Wälder für mich wirken wie ein Feld mit Bäumen. Ich nennen das dann abfällig „Stangenwald“.

Bei meinen Wanderungen sind mir immer wieder sogenannte Maschinenwege aufgefallen. Besonders dann, wenn ein Wanderweg als Maschinenweg verwendet wurde. Maschinenwege oder auch Rückegassen werden von Forstarbeitern als Zu- Abfahrtswege zum Ernten und zum Abtransport des geernteten Holzes verwendet. Ein Laufen auf solchen Wegen kann für Wanderer sehr beschwerlich sein, besonders wenn die Fahrspuren der schweren Maschinen Knie tief sind. Diese durch den Regen aufgeweicht sind, oder sogar mit Wasser gefüllt sind.

Bild: Hier waren schwere Maschinen auf einem Waldweg unterwegs. Die Spuren sind 30-40 cm tief

Aber um die Wanderer soll es mir in diesem Artikel nicht gehen. Viel mehr soll es um die Auswirkungen auf das Ökosystem Wald gehen. Durch Wissenschaftliche Untersuchungen hat man herausgefunden, welche wichtigen Funktionen die Wurzeln der Bäume haben. Nicht nur für die Zufuhr von Wasser und Nährstoffen aus dem Boden. Sondern auch für den Nährstoffaustausch mit Pilzen – ja auch Pilze versorgen Bäume mit Nährstoffe in einer Art Symbiose – das bedeutet auch die Pilze werden meist im Gegenzug mit Nährstoffen versorgt. Man hat auch herausgefunden, dass Bäume über Pilze miteinander Kommunizieren. Bäume speichern in den Wurzeln Informationen. So können alte Bäume Informationen an junge Bäume weitergeben über Trockenheit, Schädlinge… Dieser Kommunikationsweg ist wahrscheinlich für die Waldgemeinschaft der Bäume im Laufe Ihres langen Lebens sehr wichtig.

Bild: Pilzgeflecht im Waldboden

Vielleicht kann man sich aus meinen Schilderungen besser vorstellen wie schädlich es für die Bäume sein kann, wenn diese Verbindungswege durch schwere Maschinen im Wald unterbrochen werden. Und ich habe des öfteren Waldstücke gefunden in denen es schätzungsweise alle 20 – 40 Meter eine Maschinenstraße gibt. Mir tur es in der Seele weh wenn ich sehe wie der Wald nach so einem Maschineneinsatz aussieht. Das schlimme an den Fahrspuren der Maschinen ist, dass diese sehr lange Zeit (Bis zur nächsten Eiszeit!) eine Verbindung der Bäume über diese Wege hinweg unmöglich macht. Die Erde ist so stark verdichtet, dass die feinen Wurzeln diese nicht durchdringen können. Wer sich das nicht vorstellen kann schaut sich einfach mal den Waldboden unter den Blättern an – dort sieht man unzählige feinste Geflechte von Pilz Myzel. Foto: Das die Erde in Fahrspuren verdichtet ist, zeigt auch das Wasser das oft selbst bei lang anhaltender Trockenheit noch darin steht.

Zwei Dinge die ich persönlich in diesem Zusammenhang nicht verstehe:

1. Warum erlaubt man die Holzernte mit schweren Maschinen in einem Naturpark und auch in Natur-Landschaftsschutzgebieten? Hier will man doch (oder gibt zumindest vor) die Natur in Ihrem jetzigen Zustand auch für künftige Generationen erhalten.

2. Und warum arbeitet die Forstwirtschaft überhaupt mit solchen Maschinen wenn aller Erkenntnis nach der Wald dadurch auf lange Sicht zumindest schaden nimmt. Die Forstwirtschaft erhebt bei uns doch seit Jahrhunderten den Anspruch der Nachhaltigkeit!

Mir ist klar, dass man nicht von heute auf morgen wieder flächendeckend Pferde zur Holzernte einsetzten kann. Aber man könnte doch wenigstens in Schutzgebieten wieder nach und nach auf Pferde beim Holztransport setzten. Das würde doch sogar Arbeitsplätze schaffen. Vielleicht ist der Verbraucher ja sogar bereit mehr für sein Holz zu zahlen, wenn es aus einem Naturpark stammt und er dadurch einen Beitrag zum Naturschutz leistet.

Mein Vorschlag: „Gütesiegel Holz aus deutschem Naturpark“ -mit Pferden geerntet.

Quellen:

http://www.waldkritik.de/

http://schuetzt-den-schoenbuch.de/wordpress/

https://www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de/

http://waldproblematik.de/

https://bi-gegen-die-waldzerstoerung.org/

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Holzvollernter

Buch: Peter Wohlleben, Das geheime Leben der Bäume

Über die Wirkung von Bäumen

Fast jeder Wanderer oder Spaziergänger würde bestätigen:

Das Wohlbefinden im Wald ist spürbar. Das im Wald die Luft sauberer und Sauerstoffreicher ist, w
issen wir ja schon lange. Die Laubblätter und Nadeln der Bäume produzieren tagsüber Sauerstoff. Die riesige Oberfläche der Blätter wirken wie gigantische Staubfilter. Waldluft enthält 99 % weniger Staub als Stadtluft. Der Wald reguliert Luftfeuchtigkeit, Temperatur und ist ein Wasserspeicher. Aber da ist noch viel viel mehr. Woran liegt es, dass wir den Duft nach Harz im Nadelwald so angenehm empfinden?

Harz enthält sogenannte Terpene. Das sind Stoffe die von Pflanzen produziert werden. Man kennt heute über 8000 unterschiedliche Terpene!

Schon 2 x wöchentlich je eine halbe Stunde Aufenthalt im Wald fördert die Abwehrkräfte des menschlichen Körpers. Hilft unter anderem bei Bluthochdruck und Depressionen. Daran sollen auch die Terpene beteiligt sein. Terpene sollen sogar bei der Krebsvorsorge und Heilung helfen.

Immer mehr Ärzte und Wissenschaftler erkennen der Wald kann uns heilen.

Das haben z.B. auch Japaner erkannt. Dort gibt es das sogenannte „Waldbaden“ auf Rezept.

Nützt diese Quelle des Lebens!

Quellen:

Therapie unter Tannen (D17 / 3SAT)

Mensch und Baum - Das Geheimnis der Waldbäume vom Biologen Clemens G. Arvay