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Albsteig Etappe 7

Von Bläsiberg zur Burg Teck

17,4 km und 428 Höhenmeter, gewandert am 29.6.2018

Heute starte ich erst um kurz vor 10 Uhr am Parkplatz Eckhöfe auf 745 Meter Höhe. Für mein letztes Frühstück auf meiner ersten Woche der Albsteigtour lasse ich mir mal so richtig Zeit zum genießen - muss auch mal sein! Das Wetter ist noch etwas trüb von dem vielen Regen des Vortages. Die Aussichten sind aber gut und es soll 7 Stunden Sonne geben bei noch angenehmen 22 Grad.

Mit gemischten Gefühlen starte ich meine Wanderung - es ist der letzte Wandertag. Einerseits freue ich mich, es wieder trotz der doch langen und anstrengenden Etappen geschafft zu haben. Andererseits ist eine Wanderung auf die ich mich schon über ein halbes Jahr freue bald zuende.  Heute erreiche ich mit der Burg Teck den Abschnitt der Schwäbischen Alb, den ich seit meiner Kindheit immer wieder besucht habe. Trotzdem ist mein letzter Besuch der Burg Teck über 10 Jahre her!

Gleich nach dem Start spreche ich einige Kommentare für mein YouTube Video, dass ich auch für diese Etappe erstellen möchte. Es ist eine herrlich frische Luft hier oben. Ich spüre die Kondition die ich in meiner Wanderwoche aufgebaut habe und es läuft sich fast wie auf Wolken - ob das am Nachmittag auch noch so sein wird? Bald schon komme ich an einem schönen alten Bauernhof vorbei und treffe dort auf eine Gruppe von 4 Wanderern. Ich frage sie ob sie auch den Albsteig wandern, sie verneinen und erzählen mir das sie in 2 Tagen zur Teck und zum Neuffen wandern wollen. Wir verabreden uns, uns auf der Burg Teck zu treffen - unser gemeinsames Tagesziel. Schon gibt es die erste Fernsicht auf die noch im Dunst liegende Ebene und die wie Vulkankegel wirkenden "Vorberge" der Schwäbischen Alb.

Burgruine Reußenstein

Dann nähere ich mich dem ersten markanten Zwischenziel, der Burgruine Reußenstein. Ich bin total fastsziniert von der wie ich finde toll restaurierten Burganlage, die sich malerisch auf einer Felszinne befindet. Man kann sich gar nicht satt sehen an den schönen Felsen die die Burg umgeben. Plötzlich entdecke ich eine mir unbekannte Baumart mit kleinen Früchten, die ich auf meinem weiteren Weg mehrmals wieder sehe.

Welche Baumart ist das?
Welche Baumart ist das?

Auf dem weiteren Wanderpfad hat man immer wieder schöne Ausblicke hinüber zur Ruine Reußenstein.

Reußenstein
Reußenstein

Die Wege sind nach dem gestrigen Regentag immer wieder rutschig und ich muss an einigen Stellen ganz langsam laufen um nicht auszurutschen. Weiter gehts vorbei an einem Bannwald. Dann gelange ich zur Heimensteinhöhle. Nach dem Höhleneingang geht es steil nach unten, so das es viel zu gefährlich wäre diese zu betreten. Zudem ist der Höhlenausgang in der Brutzeit vom 1.1 bis 31.7. geschlossen. (Fledermäuse?) Ich gelange zur Hindenburghütte, diese liegt direkt am Albtrauf und hat einen wunderbaren Ausblick ins Tal und den Albtrauf entlang nach Osten.

Randecker Maar

Allmählich schafft es die Sonne durch den Dunst und es wird heller und wärmer. Das macht die Alblandschaft noch lieblicher und ich kann wieder einige Fotos aufnehmen. Jetzt führt der Albsteig direkt um den Krater eines vor Urzeiten hier erloschenen Vulkans - das Randecker Maar! Man hat auch heute noch den Eindruck die Form des Vulkankrater erkennen zu können. Für mich als Vogelliebhaber ist das Randecker Maar schon lange ein Begriff, da dieser zur Zugzeit im Herbst von vielen Vögeln als Albaufstieg  benutzt wird. Dies spart offensichtlich Energie da der Vulkankrater zum Tal hin offen ist und so einen flacheren "Aufstieg" ermöglicht. Obwohl ich diese Gegend früher schon ein paar mal besucht habe kommt mir alles ganz neu und super interessant vor. Dies mag auch daran liegen, dass ich noch nie von Osten her das Randecker Maar betreten habe und sich so ein ganz anderer Eindruck bietet.

Randecker Maar
Randecker Maar

Jetzt wandert man durch schöne Albwiesen mit bunten Blumen, es ist in der Zwischenzeit so warm, das man meinen könnte in Süd Frankreich oder ähnlich zu sein, zumal überall das Zirpen von Grillen zu hören ist.

Allmählich wäre es Zeit für eine etwas längere Mittagsrast um meine Akkus und die vom Handy wieder aufzuladen. Tatsächlich erreiche ich eine Gruppe von duftenden Linden unter denen sich im Schatten ein "Bänkle" befindet. Das tollste: Ich habe Fernsicht auf mein Tagesziel, die Burg Teck. Ich genieße über eine halbe Stunde diesen herrlichen Platz. Jetzt muß ich aber weiter, denn der Weg zur Teck ist noch weit und ich muss nochmal steil absteigen vor dem Schlussanstieg zur Burg.

Breitenstein

Der Weg führt mich jetzt zu dem markanten Felsvorsprung Breitenstein, hier erreiche ich zum ersten mal auf dem Albsteig knapp über 800 Meter Höhe. Ich fotografiere den Blick Richtung Burg Teck und weit hinaus ins tiefer liegende Land. Hier findet sich auch ein Gedenkstein zum 100 jährigen Jubiläum des Albsteigs - 1907 bis 2007.

Breitenstein
Breitenstein

Diepoldsburg

Auf der Schlussetappe, die noch anstrengender wird als ich vermute, entdecke ich die Burgruine Diepoldsburg. Diese ist ähnlich gut hergerichtet wie Reußenstein, nur viel unbekannter und wesentlich abgelegener. Man kann sie nur über eine Holzbrücke die eine Art Burggraben überspannt erreichen. Weiter geht es steil bergab über einige 180 Grad Kehren auf einem schmalen Pfad. Dann sind es nur noch 2 km bis zur Teck.

Burg Teck

Auf der Hälfte der Strecke erreicht man den "Gelben Felsen", dieser wurde in den 40er Jahren des 19 Jahrhunderts als Startplatz für Segelflugzeuge verwendet. Heute ist der Fels schön eingewachsen, bietet aber immer noch eine gute Fernsicht ins Lenniger Tal. Gegen 16:30 erreiche ich dann die Burg Teck und damit das Ziel meiner einwöchigen Wanderung! Die Burg hat sich in den letzten Jahrzehnten wenig verändert, einzig die Vegetation um die Burgmauer ist höher gewachsen, so dass man nicht mehr so viele Fernsichten wie früher hat. Aber es ist immer wieder toll hier oben zu sein und am liebsten würde ich hier übernachten, um noch einige Bilder vom Sonnenuntergang zu machen. Vielleicht kann ich das bei meiner Herbsttour ja nachholen?

Burg Teck
Burg Teck

 

 

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